Häufige Fragen

Fragen & Antworten rund um deine ME/CFS-Genesung

Die Fragen, die mir am häufigsten gestellt werden – hier beantworte ich sie so ehrlich wie möglich.

Ist ME/CFS heilbar bzw. kann ich davon genesen?

Eine pauschale Antwort, die für alle gilt, gibt es nicht, und ich kann dir keine Heilung versprechen. Aus eigener Erfahrung und aus der Arbeit mit Klient:innen weiß ich: Viele Menschen mit ME/CFS und Long-Covid erleben durch einen Mind-Body-Ansatz wie Mickel Therapie, somatische Integration und Brain Retraining spürbare Verbesserungen – bei manchen bis hin zu einer weitgehenden Symptomfreiheit. Wie weit dieser Weg im Einzelfall führt, hängt von vielen individuellen Faktoren ab und lässt sich im Voraus nicht garantieren.

Was sind neuroplastische Symptome?

Neuroplastische Symptome sind körperliche Beschwerden, die nicht durch eine strukturelle Schädigung verursacht werden, sondern durch gelernte, sich selbst verstärkende Muster im Nervensystem – vergleichbar mit einem Alarm, der nicht mehr abschaltet, obwohl keine akute Gefahr mehr besteht. Weil das Gehirn neuroplastisch, also lernfähig ist, können solche Symptome durch gezieltes Training auch wieder verlernt werden. Bei ME/CFS, Long-Covid, Fibromyalgie, POTS und ähnlichen Beschwerdebildern spielt dieser Mechanismus häufig eine Rolle – genau hier setzen Mickel Therapie, somatische Integration und Brain Retraining an.

Woran erkenne ich, ob meine Symptome neuroplastisch sein könnten?

Es gibt keinen einzelnen Test, der das sicher beantwortet – aber bestimmte Muster kommen bei neuroplastischen Symptomen gehäuft vor. Je mehr davon auf dich zutreffen, desto wahrscheinlicher spielt das Nervensystem eine Rolle. Eine ärztliche Abklärung ersetzt das trotzdem nicht.

Mehrere unterschiedliche Symptome gleichzeitig.
Erschöpfung, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Schwindel – wenn mehrere ganz unterschiedliche Symptome gleichzeitig auftreten, ist es unwahrscheinlich, dass dahinter ebenso viele einzelne Erkrankungen stecken. Wahrscheinlicher ist, dass das autonome Nervensystem, das mit fast allen Körpersystemen verbunden ist, insgesamt in einem Schutz- und Alarmzustand ist.

Keine eindeutige Ursache trotz gründlicher Abklärung.
Wurde ausführlich untersucht, ohne dass sich eine eindeutige körperliche Ursache finden ließ, spricht das eher für eine Beteiligung des Nervensystems als für eine unentdeckte Erkrankung. Wichtig bleibt: Eine medizinische Abklärung sollte trotzdem immer zuerst erfolgen.

Frühere, unklare Beschwerden.
Gab es schon früher im Leben – etwa in der Kindheit oder im Studium – ähnliche oder auch ganz andere unklare Beschwerden, deutet das oft darauf hin, dass das Nervensystem schon länger zu Überreaktionen neigt.

Starke Schwankungen ohne körperliche Veränderung.
Bei den meisten körperlichen Erkrankungen verändert sich das Symptom eher vorhersehbar. Schwankt die Intensität dagegen stark, ohne dass sich am Körper etwas verändert hat, spricht das eher für ein Nervensystem, das mal mehr, mal weniger Alarm schlägt.

Viel Beobachten, Kontrollieren, Fürchten.
Viel Zeit mit dem Beobachten, Kontrollieren oder Fürchten der eigenen Symptome zu verbringen, ist eine völlig verständliche Reaktion – hält das Nervensystem aber zusätzlich in Alarmbereitschaft und kann die Symptome selbst verstärken.

Auslöser ohne körperlichen Zusammenhang.
Wetter, Gerüche, Geräusche, Licht oder die Tageszeit haben meist keinen direkten körperlichen Zusammenhang mit dem betroffenen Körperteil. Lösen solche Dinge trotzdem zuverlässig Symptome aus, ist das oft ein erlerntes Muster des Nervensystems – ähnlich einer konditionierten Reaktion.

Beginn in einer besonders stressigen Zeit.
Begannen die Symptome in einer Zeit von großem Stress, einem einschneidenden Erlebnis oder Verlust, ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass Stress und Nervensystem eine Rolle spielen.

Perfektionismus, Selbstkritik, Verantwortungsgefühl.
Perfektionismus, hohe Selbstkritik, ein starkes Verantwortungsgefühl oder die Tendenz, es allen recht machen zu wollen, können das Nervensystem zusätzlich unter Druck setzen und die Sensibilisierung verstärken.

Wandernde oder symmetrische Symptome.
Klassische körperliche Verletzungen bleiben meist an einem Ort und werden mit der Zeit besser. Wandern Symptome dagegen im Körper umher oder treten symmetrisch auf beiden Seiten auf, spricht das eher für eine Beteiligung des Nervensystems als für eine lokale Schädigung.

Beginn ohne erkennbare Verletzung.
Begannen die Symptome ganz ohne erkennbaren Auslöser oder deutlich zeitversetzt zu einer möglichen Verletzung, ist eine rein strukturelle Ursache unwahrscheinlicher.

Besser durch Ablenkung, schlechter durch Stress.
Werden die Symptome durch stressige Situationen ausgelöst oder verstärkt und sind sie in entspannten, schönen Momenten leichter oder ganz weg, zeigt das sehr deutlich, wie eng sie mit dem Zustand des Nervensystems verbunden sind.

Viele Behandlungen, nur vorübergehende Wirkung.
Wurden bereits viele unterschiedliche Behandlungen ausprobiert, die jeweils nur kurz oder kaum geholfen haben, kann auch das ein Hinweis sein: Placebo-Effekte wirken bei neuroplastischen Symptomen oft besonders stark – vorübergehend, aber eben nicht dauerhaft.

Diese Liste ersetzt keine ärztliche Abklärung, kann dir aber eine erste Orientierung geben. Eine ausführlichere Version findest du auf der Seite Neuroplastische Symptome. Im kostenfreien Infogespräch schauen wir gemeinsam genauer hin.

Was ist ein sensibilisiertes Nervensystem?

Ein sensibilisiertes Nervensystem hat gelernt, auch auf eigentlich harmlose Reize mit Alarm zu reagieren – so, als bestünde eine akute Gefahr, obwohl medizinisch keine vorliegt. Es steckt quasi im Schutzmodus fest und sendet Symptome wie Erschöpfung, Schmerzen, Schwindel oder eine geringe Belastungstoleranz, obwohl der Körper strukturell gesund ist. Ziel der Arbeit ist es, dem Nervensystem wieder Sicherheit zu signalisieren, damit es aus diesem Alarmzustand herausfinden kann.

Wie lange dauert der Genesungsweg bei ME/CFS oder Long-Covid?

Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich – abhängig von Krankheitsdauer, Schweregrad und individueller Situation. Als grobe Orientierung: Bei vielen Klient:innen erstreckt sich die Regulierung des Nervensystems über etwa 12–18 Monate, manche kommen schneller voran, andere brauchen deutlich länger. Erste Veränderungen bemerken viele schon nach wenigen Wochen. Eine seriöse, pauschale Zeitangabe kann ich dir trotzdem nicht machen – dein Weg ist deiner.

Was ist der Unterschied zwischen Mickel Therapie, somatischer Integration und Brain Retraining?

Mickel Therapie hilft dir, Symptome als Botschaften des Körpers zu verstehen. Somatische Integration setzt bei der emotionalen Verarbeitung an, die für viele ein wichtiger Baustein sein kann. Brain Retraining trainiert neue, ruhigere Reaktionsmuster im Nervensystem. In meiner Arbeit kombiniere ich diese Bausteine meist, weil die wenigsten Menschen mit nur einem einzelnen Ansatz wirklich vorankommen. Mehr zu den Methoden →

Ersetzt der Mind-Body-Ansatz eine medizinische Behandlung?

Nein. Mind-Body-Coaching ersetzt keine ärztliche Diagnostik oder Behandlung. Es ist sinnvoll, mögliche organische Ursachen vorab ärztlich abklären zu lassen. Die hier vorgestellten Methoden verstehen sich als ergänzender Baustein neben ärztlicher Begleitung.

Für wen ist der Ansatz (noch) nicht geeignet?

Wenn eine akute medizinische Behandlung im Vordergrund steht oder noch keine ärztliche Abklärung deiner Symptome erfolgt ist, ist das sinnvollerweise der erste Schritt, bevor ein Mind-Body-Ansatz infrage kommt.

Muss ich an eine bestimmte Ursache glauben, damit der Ansatz wirkt?

Nein. Viele meiner Klient:innen waren anfangs skeptisch – das ist völlig normal und kein Hindernis. Offenheit, es einmal auszuprobieren, reicht als Ausgangspunkt völlig aus.

Wirkt der Ansatz auch bei Long-Covid, POTS, Fibromyalgie oder MCAS?

Die Methoden richten sich an Menschen mit einem sensibilisierten Nervensystem – das betrifft neben ME/CFS häufig auch Long-Covid, POTS, Fibromyalgie und MCAS. Ob und wie gut der Ansatz für deine individuelle Situation passt, klären wir am besten in einem kostenfreien Infogespräch.

Kann Brain Retraining die CFS-Genesung unterstützen?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht, und ich kann dir keine Heilung versprechen. Aus eigener Erfahrung und aus der Arbeit mit Klient:innen weiß ich aber: Für viele Menschen auf dem Weg der CFS-Genesung ist Brain Retraining ein hilfreicher Baustein, weil es genau am überaktiven Alarmmuster im Nervensystem ansetzt, das bei ME/CFS häufig eine Rolle spielt. Wie viel es im Einzelfall bewirkt, hängt von der individuellen Situation ab – meist wirkt es am besten in Kombination mit anderen Bausteinen wie Mickel Therapie und somatischer Integration. Mehr zu Brain Retraining →

Was kostet die Begleitung?

Es gibt zwei Wege: den EmotionalRewire Club für 49 € im Monat (mit 1 Woche kostenfreiem Test), oder individuelles 1:1 Coaching für 90 € pro Sitzung. Beide Wege im Vergleich →

Wie starte ich?

Der erste Schritt ist ein kostenfreies, unverbindliches Infogespräch. Darin schauen wir gemeinsam auf deine Situation und besprechen, welcher Weg – Club oder 1:1 Coaching – am besten zu dir passt.

Deine Frage war nicht dabei?

Im kostenfreien Infogespräch beantworte ich sie dir gerne persönlich.

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